
GLP Gleichmäßigkeitsprüfung Nürburgring
Was ist eine Gleichmäßigkeitsprüfung ?
Eine Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP) im Motorsport ist ein Wettbewerb, bei dem ein Auto oder Motorrad nicht wie in Rennen möglichst schnell und daher gefährlich bzw. kostenintensiv bewegt wird, sondern gleichmäßig, d.h. innerhalb von Sollzeiten. Diese Veranstaltungs- bzw. Wettbewerbsart ist besonders für historische Fahrzeuge (Oldtimer, Youngtimer) geeignet, wird aber auch von Aktiven geschätzt, die sich mit ihrem normalen Straßenfahrzeug bei niedrigen Risiken und Kosten motorsportlich betätigen wollen. Diese Form der GLP wird auf der Nordschleife des Nürburgrings ausgetragen.
Auch bei regulären Rallyes werden die Verbindungsetappen auf öffentlichen Straßen in einem vorgegebenen Sollzeitrahmen absolviert.
Durchführung allgemein
Inhalt einer Gleichmäßigkeitsprüfung ist, eine vorgegebene Strecke in einer entweder vom Veranstalter oder vom Teilnehmer selber vorgegebenen Sollzeit bzw. Durchschnittsgeschwindigkeit zu durchfahren. Die Zeitmessung wird auf permanenten Rennstrecken meist mit den dort installierten Lichtschranken bzw. Transpondersystemen durchgeführt, auf öffentlichen Straßen kommt ein über die Fahrbahn gelegter Schlauch zum Einsatz, der die Zeitmessung per Luftdruck auslöst.
Insbesondere bei Oldtimer-Veranstaltungen wird meist eine Etappe, etwa in den Alpen, je nach Lust und Fähigkeit von Besatzung und Fahrzeug zügig absolviert, und dann vor einer bekannten Zeitmessstelle gewartet, bis kurz vor Verstreichen der Sollzeit der Schlauch überfahren wird, wobei der aus dem Seitenfenster gelehnte Beifahrer Anweisungen gibt. Manche Veranstalter führen jedoch auch versteckte Zeit- oder Geschwindigkeitsmessungen durch, um so die Einhaltung der vorgegebenen Durchschnittsgeschwindigkeit zu überprüfen, bzw. die Einhaltung von Geschwindigkeitsbeschränkungen.
Durchführung auf Rundstrecken
Für normale straßenzugelassene Fahrzeuge werden u.a. auf der Nürburgring Nordschleife und auf dem Hockenheimring Gleichmäßigkeitsprüfungen angeboten, bei denen außer dem Tragen eines Helmes keine weiteren Anforderungen gestellt werden. Teils ist jedoch ein Beifahrer erforderlich.
Auf der Nordschleife des Nürburgrings absolvieren die besten unter den teils 150 Teilnehmerteams die sechs gezeiteten Bestätigungsrunden (von 12 insgesamt) mit einer Gesamtabweichung von unter einer Sekunde, d.h. überfahren die Ziellinie jeweils mit weniger als einer Zehntelsekunde Abweichung von der selbst gesetzten Sollzeit, die in innerhalb einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 bis 120 km/h liegen muss.
Die Gleichmäßigkeitsprüfung Nürburgring Nordschleife
Die längste und anspruchvollste Rennstrecke der Welt, die Nürburgring Nordschleife, ist Austragungsort der Gleichmäßigkeitsprüfung. Die Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP) ist gemeinsam mit der BMW Driving Experience Challenge (RCN), der Langstreckenmeisterschaft (VLN) und dem ADAC Zürich 24h-Rennen einer der Eckpfeiler für den Motorsport auf der Nürburgring Nordschleife. Keine Rennstrecke der Welt ist schwieriger und interessanter für den Teilnehmer, für das Fahrzeug oder aber auch für den Rennsportfan.
Die Veranstaltung dient nicht zur Erreichung von Höchstgeschwindigkeiten. Die Rundenlänge beträgt 20.83 km. Die Veranstaltung führt über insgesamt 12 Runden = 249.96 km und setzt sich zusammen aus 2 selbst gesetzten Sollzeitrunden, 6 Bestätigungsrunden und 4 Runden auf Maximalzeit. Abschnitte mit einer Zeitwertung (Sprintrunden) sind nicht Bestandteil einer Gleichmäßigkeitsprüfung.
Die Einstiegsserie für den Motorsport auf der Rundstrecke
Bei der GLP geht es um jede Hundertstelsekunde. Ziel ist die Umrundung der Nürburgring Nordschleife bei möglichst gleichbleibenden Rundenzeiten. Wer die geringste Abweichung erreicht, gewinnt. Diese Teilnehmerserie vermittelt Werte wie Gleichmäßigkeit, Regelmäßigkeit, Solidität und Präzision.
Straßenzugelassene Fahrzeuge und DMSB genehmigte Helme sind die Voraussetzungen für die Teilnahme. Diese Teilnehmerserie vermittelt Werte wie Gleichmäßigkeit, Regelmäßigkeit, Solidität und Präzision. Teilnehmer sind u.a. auch Spitzenteams aus anderen Rennserien. Die GLP ist eine klassenlose Gesellschaft - hier kann der "Smart" gegen einen "Porsche" gewinnen, da die Rundenzeit keine Rolle spielt.
Nennung, Nenngeld, Voraussetzungen
Das Nenngeld: 190 Euro bei Nennung bis Montag vor der jeweiligen Veranstaltung, 210 Euro bei später eingehenden Nennungen bzw. Nennung am Veranstaltungstag
12 Runden Nürburgring Nordschleife, ca. 250 km mit Sicherungspersonal gemäß dem DMSB Streckenabnahmeprotokoll. Alle Fahrzeuge müssen für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen sein. Die Reifen müssen im KFZ-Schein eingetragen sein. Schutzhelme nach DMSB Vorschrift sind vorgeschrieben. Es besteht Lizenzpflicht, eine Lizenz kann für 23,00 Euro vor Ort erworben werden. Für Beifahrer beträgt das Mindestalter 14 Jahre.
Veranstaltungsablauf
Nach der Dokumentenkontrolle (Papierabnahme) und der Überprüfung des Fahrzeuges (technische Abnahme) sowie einer Fahrerbesprechung, geht es zum Start auf die Nordschleife.
In Sekundenabständen wird einzeln vom Rennleiter gestartet. Die 1. Runde ist die Einführungsrunde. Runde 2 ist die Setzrunde. Hier bestimmt man die Fahrzeiten für die 3., 4. und 5. Runde, sie sollen möglichst genau bestätigt werden (Bestätigungsrunden).
Runde 6 und 7 sind Tankrunden, Hierbei kann auch ein Fahrerwechsel vorgenommen werden (das Fahrzeug muss immer mit 2 Personen besetzt sein). Runde 8 neue Setzrunde .Runde 9, 10 und 11 sind Bestätigungsrunden. Runde 12 Auslaufrunde.
Wertung
Für jede Hundertstel-Sekunde Abweichung zur Setzzeit in den Bestätigungsrunden gibt es einen Zehntel-Strafpunkt.
Ca. eine Stunde nach Eintreffen des letzten Fahrzeuges ist Siegerehrung. Es gibt keine Klasseneinteilung, da jeder für seine Setzzeit selbst verantwortlich ist. So kann ein 30-KW-Auto gegen ein 100-KW-Auto ohne weiteres gewinnen, da die Rundenzeit bei der Ermittlung der Strafpunkte keine Rolle spielt.
Bei der GLP geht es um jede Hundertstelsekunde. Ziel ist die Umrundung der Nürburgring Nordschleife bei möglichst gleichbleibenden Rundenzeiten. Wer die geringste Abweichung erreicht, gewinnt.
